Lechwehr

„Hitler als Gefangener in Landsberg am Lech (1923/24)“

Nach dem gescheiterten Putschversuch am 8./9. November 1923, wurde der 34-jährige Adolf Hitler zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Bereits am 20. Dezember 1924 kam er auf Bewährung frei. Während seiner Zeit im Gefängnis in Landsberg am Lech verfasste er nicht nur den ersten Teil von „Mein Kampf“, es gelang ihm ein einflussreiches politisches Netzwerk zu organisieren oder andere Zukunftspläne zu schmieden. Die Gefängnisakte Hitlers ist ein bedeutendes historisches Dokument und wichtige Quelle für diese Zeit. Sie galt lange als verschollen, ihr Wiederauftauchen im Jahr 2010 war eine Sensation.

Dr. Peter Fleischmann, damaliger Leiter des Staatsarchivs München, seit 2015 Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, gelang es, die Dokumente vor einer Veräußerung ins Ausland zu retten und sie zu sichern.  Inzwischen werden sie im Staatsarchiv München verwahrt. 2015 veröffentlichte Prof. Dr. Fleischmann seine umfangreichen Forschungsergebnisse zum Gefangenen-Personalakt Hitlers und weiteren damit in Zusammenhang stehenden Quellen.

Die Ausstellung „Hitler als Gefangener in Landsberg am Lech 1923/24“, konzipiert von Prof. Dr. Peter Fleischmann in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Landsberg am Lech und dem Stadtmuseum Landsberg am Lech, gibt differenziert Einblicke in die Haftzeit auf Grundlage des Gefangenenaktes, informiert über Haftbedingungen und beleuchtet politische Hintergründe.

Zur Eröffnung am Samstag, den 9. März um 15:00 Uhr wird Herr Prof. Fleischmann in die Ausstellung einführen. Die Ausstellung ist bis einschließlich 6. Juni im Foyer des Historischen Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen. Für Schulklassen der Jahrgangsstufen 8 bis 13 gibt es zusätzlich ein bildungspolitisches Vermittlungsprogramm, bei dem die Schülerinnen und Schüler zeitgeschichtliche Dokumente analysieren und ihre Arbeitsergebnisse anschließend besprechen. Dieses Angebot ist buchbar über stadtmuseum[at]landsberg[dot]de